Hundeausbildung - Gegenseitige Rücksichtnahme

 

Hundehalter gegenüber Nicht-Hundehaltern
Hundehalter gegenüber Hundehaltern
Nicht-Hundehalter gegenüber Hundehaltern

Die Gegenseitige Rücksichtsnahme liegt mir besonders am Herzen, denn leider erlebe ich immer wieder, wie es zu Konflikten zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern kommt. Im Alltag genießen Hundehalter bei Nicht-Hundehaltern eher geringes Ansehen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass einige Hundehalter sich rücksichtslos gegenüber ihren Mitmenschen verhalten.

Hundehalter gegenüber Nicht-Hundehaltern
Bitte bedenken Sie, wann immer Sie sich mit dem Hund in der Öffentlichkeit befinden, dass nicht jeder Mensch Hunde mag. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Ich bin der Meinung, dass Menschen mit einer Aversion gegen Hunde(-halter) unter Anderem durch ihre Erfahrungen im Alltag geprägt sind. Möglicherweise haben sie schon im Kindesalter schlechte Erfahrungen mit Hunden und deren Besitzern gemacht. Vielleicht ist "Nachbars Lumpi" mal über den Zaun gesprungen und hat im Überschwung guter Laune im Garten seine Runden gedreht, voller Freude das Kind angesprungen und dies alles mit lautem Gebell kommentiert. Nun versuchen die Eltern dieses Kindes in Hektik diesen Hund von ihrem Kind fernzuhalten und ihn aus dem Garten zu vertreiben. Dieses an den Haaren herbeigezogene Beispiel könnte, wenn es so geschehen wäre, ausreichend sein, um für das Kind auf Lebenszeit Hunde negativ zu assoziieren. Dieses Kind hat den Hund als "aggressiv" erlebt (auch wenn Hundehaltern hier klar ist, dass keine Gefahr bestand - dem Kind ist dies nicht klar!) und auch gesehen, wie die eigenen Eltern in Hektik verfallen sind. Solche Erlebnisse können traumatisch sein. Logischerweise entstehen daraus Vorurteile.
Nicht immer liegen einer Aversion gegen Hunde/Tiere schlechte Erfahrungen zu Grunde, vielleicht ist Ihr Gegenüber nur allergisch gegen Tierhaare.

Daher sollten Sie auch im Alltag nicht davon ausgehen, dass Ihr Hund überall gern gesehen ist. Bitte akzeptieren Sie Ihre Mitmenschen auch (und besonders) wenn Sie keinen Kontakt zu Ihrem Hund wünschen oder Ihnen sogar ausweichen. Vergessen Sie nicht: Sie kennen Ihren Hund schon lange, kennen seinen Charakter und seine Verhaltensweisen, Ihr Gegenüber nicht! Er sieht in Ihrem Hund möglicherweise "nur" ein Tier, dessen Verhalten unvorhersehbar bleibt. Unaufgeforderte Erklärungsversuche über das Verhalten Ihres Hundes (z.B. "der tut nichts", "der ist lieb", "der will nur spielen" o.ä.) auf die Reaktionen Ihrer Mitmenschen sind oft nicht gewünscht und provozieren Diskussionen, die in einem Streit enden könnten. Dies bestätigt die Vorurteile und wirft wieder ein negatives Bild auf die Hundehalter. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie sich rücksichts- und verständnisvoll. Auch wenn Ihnen z.B. das Anleinen Ihres Hundes (z.B. in Fußgängerzonen und Einkaufszentren) unsinnig erscheint, da er einen guten Grundgehorsam hat, so vermittelt der angeleinte Hund Ihrem Gegenüber ein Gefühl von Sicherheit, da das Tier jetzt kontrollierbarer erscheint. Und mal ehrlich: In weniger menschenreichen Gebieten spielt und spaziert es sich doch viel besser.

Hundehalter gegenüber Hundehaltern
Auch bei Begegnungen zwischen Hundehaltern gibt es oft genügend Konfliktpotenzial. Generell ist es nahazu ein ungeschriebenes Gesetz: Nähert sich ein Hundehalter mit angeleintem Hund, so leinen Sie Ihren Hund auch an! Es wird sicher einen Grund geben, warum der Hund Ihres Gegenübers an der Leine ist. Mögliche Gründe wären z.B.: der Hund ist eine Hündin und ist läufig, der Hundehalter traut seinem Hund und dessen Gehorsam nicht, der Hundehalter hat es eilig, sein Hund hat eine Krankheit (ist möglicherweise frisch operiert) oder "kann nicht gut mit anderen Hunden". Dies sind nur einige von verschiedensten Gründen. Entscheidend ist aber, dass es einen GRUND gibt. Akzeptieren Sie dieses Verhalten und reagieren Sie entsprechend darauf, indem Sie Ihren Hund auch anleinen oder zumindest eine direkte Kontaktaufnahme zum anderen Hund unterbinden. Gleiches gilt auch für angeleinte Hunde vor Einkaufsmärkten o.ä., die dort auf ihre Besitzer warten.

Sollte es zu unvorhergesehen Raufereien kommen, sehen Sie von Schuldzuweisungen ab. Letztendlich ist es unwichtig, welcher Hund "angefangen" hat. Beenden Sie die Rauferei schnellstmöglich und vergessen Sie nicht, nur weil der Hund Ihres Gegenübers Ihren Hund nicht mag, so gilt nicht automatisch das Gleiche für den fremden Hundehalter. Also nehmen Sie das Verhalten seines Hundes nicht persönlich! Streitigkeiten sind hier fehl am Platze!

Nicht-Hundehalter gegenüber Hundehaltern
Auch bei dieser Konstellation plädiere ich für Rücksicht. Stört Sie der entgegenkommende Hund, so bitten Sie den Hundehalter freundlich(!) darum, seinen Hund anzuleinen. Hundehalter sind auch Menschen, der Ton macht die Musik. So wird der Hundehalter eher bestrebt sein, Ihrem Wunsch nachzukommen. Meist erfolglos hingegen bleiben wütende Ausrufe wie "Töle weg!" oder das Herunterbeten von Gesetzestexten. Bitte lassen Sie Ihren Unmut nicht an den Hunden aus.

Noch eine Bitte in eigener Sache: Um Hundekot entfernen zu können, muss er erstmal auf der Wiese auftreffen, also nicht schon vorher meckern ;o). Sollte der Hundehalter die "Wegmachtüte" schon in der Hand haben, ist davon auszugehen, dass er sich um die Hinterlassenschaften seines Hundes gleich kümmern wird.

Hundehalter gegenüber Nicht-Hundehaltern
Hundehalter gegenüber Hundehaltern
Nicht-Hundehalter gegenüber Hundehaltern